SZ_2001_11_02 Neues „Jugendhaus“ voran gebracht
Umbau des Bullenstalls zum Jufo und zur Offenen Jugendhilfe
RIEDLINGEN – Es wird geschafft im ehemaligen Bullenstall: Täglich arbeiten viele Jugendliche sowohl im Jufo als auch in der Offenen Jugendarbeit, um ihre künftige Heimat bis zum Winteranbruch fertig zu haben. Dies honorierte jetzt der Gemeinderat: Die Jugendräume sollen besser isoliert werden und im kommenden Jahr auch mit einer „guten“ Gasheizung in allen Räumen versehen werden.
Von unserem Redakteur Bruno Jungwirth (Schwäbische)

Die Gemeinderäte haben den Fortschritt der Pläne auf den Weg gebracht, die jungen Leute den konkreten Ausbau. Unser Bild zeigt Jugendliche der Offenen Jugendhilfe“ bei ihren Arbeiten.
SZ-Foto: Thomas Warnack
Nach dem ersten Umbauvorschlag, der noch knapp 900 000 Mark gekostet hätte, wurde nun die „billige Variante“ vorgelegt. Die liegt bei rund 300 000 Mark. Die Kosten liegen also unter dem Betrag, den die Stadt von der Versicherung für den Brand im alten Jufo erhält. Dort fließen rund 585 000 Mark.
Aus diesen Zahlen entwickelte sich ein Disput im Rat: So mancher störte sich am „Sparkurs“ beim Umbau. Schließlich erhält die Stadt eben bei weitem mehr als die Umbaukosten für die Versicherung, zum anderen waren im Haushalt schon Gelder für den Umbau bereitgestellt, vor dem Brand, wie Christine Treiber betonte. Statt dessen will mit den neuen Versicherungsmitteln“ ein neues Haus für die Stadtkapelle in Angriff genommen.
Doch Petermann betonte, damit werde das Anspruchsdenken an die Jugendlichen aus der Mitte des Gemeinderats herangetragen. Und: „Das Geld steht für alle Vereine zur Verfügung, ich halte nichts davon, sie gegeneinander auszuspielen.“
Auch Gerhard Waldner setzte sich für das Jufo ein: „Wer schafft soll auch Leistung bekommen, das muss auch hier gelten.“ Denn die Jugendlichen, sowohl im Jufo als auch in der Offenen Jugendarbeit, arbeiten täglich viele Jugendliche unter Anleitung des Bauhofs, ohne dass diese Eigenleistungen als „Einsparung“ dokumentiert werden, wie dies sonst üblich sei.
Auslöser dieser Diskussion war die geplante Heizanlage und Isolierung. Denn eigentlich war in den unteren Veranstaltungsräumen anfangs kaum eine Isolierung und keine Heizung, und in den oberen die billigen aber unterhaltungsintensiven und unökologischen Nachtspeicheröfen vor gesehen. (Uhl: „Und das im 21. Jahrhundert“). Doch nun betonte Grete Schönle vom Jufo in der Gemeinderatssitzung die Bedeutung dieser Veranstaltungsräume: „Wir sind darauf angewiesen im Winter Veranstaltungen zu machen, wir haben sonst keine Einnahmequelle“.
Stadtbaumeister Rudi Hartberger legte dar, dass aufgrund des Zeitdrucks bis zum Winter nur eine Nachtspeicherlösung in Frage käme. Doch für rund 40 000 Mark, die diese Heizanlage nun insgesamt kosten würde, könnte auch eine im Verbrauch billigere zentrale Gasheizung eingebaut werden. Allerdings erst im kommen-den Frühjahr. Die Nachtspeicheröfen werden dann für städtische Wohnungen umgewidmet.
Der Gemeinderat stimmte letztlich den Planungen einstimmig zu. Danach erhalten sowohl das Jufo als auch die Offene Jugendarbeit zwei kleinere Aufenthaltsräume im oberen Stock, als auch einen großen Veranstaltungsraum im Erdgeschoss. Beide Gruppen erhalten seperate Eingänge. Der Eingang für das Jufo wird noch auf die „Donau“-Seite verlegt, um möglichen Konflikten vorzubeugen.
Insgesamt zeigten sich die Jugendlichen zufrieden: „Die Räume sind in Ordnung“, sagte Grete Schönle. Und es geht voran, Stück für Stück, wenn auch manchmal holprig“, wie Petermann sagte, denn so Stadtbaumeister Hartberger: „Es fehlt an der notwendigen Planungsphase“
